Text und Fotos: Prof. Bogner-Zisler

 
Ökumenischer Weihnachtsgottesdienst „Give peace a chance“
Am Mittwoch, 12. 12. 2018, versammelten wir uns um 8 Uhr im Festsaal zu unserem ökumenischen Weihnachtsgottesdienst zum Thema „Give peace a chance“

Nach dem Kyrie hörten wir die Lesung aus dem Alten Testament, aus dem Buch Jesaja, über den Frieden, den es auf der ganzen Welt geben wird. Schöne Bilder zeichnet er über die Tiere.
 
„Der Wolf findet Schutz beim Lamm, der Panther liegt beim Böcklein. Kalb und Löwe weiden zusammen, ein kleiner Junge leitet sie.
Kuh und Bärin nähren sich zusammen, ihre Jungen liegen beieinander. Der Löwe frisst Stroh wie das Rind.
Der Säugling spielt vor dem Schlupfloch der Natter und zur Höhle der Schlange streckt das Kind seine Hand aus.
Man tut nichts Böses und begeht kein Verbrechen auf meinem ganzen heiligen Berg; denn die Erde ist erfüllt von der Erkenntnis Gottes, so wie die Wasser im Meer den Boden bedecken.“
 
 
In der Vorbereitung auf den Gottesdienst haben viele SchülerInnen Bilder über den Frieden gemalt und gezeichnet. Dabei sind sehr unterschiedliche Vorstellungen zu Tage gekommen. Manche malten ein Bild mit durchgestrichenen Panzern und Waffen. Frieden ist also, wenn es keine Waffen mehr gibt und niemand mit Gewalt kämpft.
 
 
Es gibt auch noch andere Bilder zum Frieden: Freundschaft, Gemeinschaft, lieb zueinander sein. Frieden ist für mich wie ein Strudel der Freude und Liebe. Frieden ist, wenn alle Menschen sich respektieren und gemeinsam leben können. Frieden ist eine Welt, in der alle fröhlich sind.
 
Frieden ist wie das Meer. Ruhig, einheitlich, tief, blau. Friede, das ist Wandern in der Natur, in den Bergen. Friede das ist eine Wiese mit Bäumen und Schmetterlingen. Friede ist die Schönheit der Natur. Frieden ist, wenn man die Natur in Ruhe lässt und nicht zerstört.
 
 
Wir hörten die Geschichte eines Königs, der in einem Wettbewerb Bilder über den Frieden malen ließ. Zum Schluss musste er sich zwischen zwei Bildern entscheiden. Das erste war ein perfektes Abbild eines ruhigen Sees. Im See spiegelten sich die malerischen Berge, die den See umrandeten und man konnte jede kleine Wolke im Wasser wiederfinden. Jeder, der das Bild sah, dachte sofort an den Frieden.
 
Das zweite Bild war ganz anders. Auch hier waren Berge zu sehen, aber diese waren zerklüftet, rau und kahl. Am düsteren grauen Himmel über den Bergen jagten sich wütende Wolkenberge und man konnte den Regen fallen sehen, den Blitz aufzucken und auch fast schon den Donner krachen hören. An einem der Berge stürzte ein tosender Wasserfall in die Tiefe, der Bäume, Geröll und kleine Tiere mit sich riss. Keiner, der dieses Bild sah, verstand, wieso es hier um Frieden gehen sollte. Doch der König sah hinter dem Wasserfall einen winzigen Busch, der auf der zerklüfteten Felswand wuchs. In diesem kleinen Busch hatte ein Vogel sein Nest gebaut. Dort in dem wütenden Unwetter an diesem unwirtlichen Ort saß der Muttervogel auf seinem Nest – in perfektem Frieden.
 
Der König wählte das zweite Bild und begründete das so: „Lasst Euch nicht von schönen Bildern in die Irre führen: Frieden braucht es nicht dort, wo es keine Probleme und keine Kämpfe gibt. Wirklicher Frieden bringt Hoffnung, und heißt vor allem, auch unter schwierigsten Umständen und größten Herausforderungen, ruhig und friedlich im eigenen Herzen zu bleiben.“
 
 
Vieles in unserer Welt läuft nicht so gut, wie wir es uns erträumen. Es gibt noch immer Kriege, es gibt Hunger und Ungerechtigkeit. Es gibt Stress in der Schule, Streitereien und Ärger. Aber inmitten dieser manchmal sehr dunkel erscheinenden Welt, baut ein kleiner Vogel ein Nest. Oder liegt ein ruhiger glasklarer verborgener See. Manchmal sehen wir dieses kleine Unscheinbare gar nicht, das uns Hoffnung gibt.
 
Frieden ist eine Entscheidung, die in deinem Herzen beginnt. Ein kleiner Funken Hoffnung, der da aufblitzt in der zerklüfteten Felswand, in einem kleinen Busch hinter dem Wasserfall. Eine kleine Hoffnung, die vielleicht immer wieder, vor allem zu Weihnachten, in uns aufkommt.
 
Von unserer großen Sehnsucht nach Frieden, können wir vielleicht kleine Funken in unserem Herzen finden, die den anderen Menschen ein Licht auf ihrem Weg anzünden. Jemandem eine Freude machen, sich versöhnen, um Entschuldigung bitten, jemandem was Liebes sagen, jemanden trösten oder auch einfach nur da sein für die, die Hilfe brauchen. Und das nicht nur zu Weihnachten.
 
 
Nach den Fürbitten und dem gemeinsamen Vaterunser teilten wir das Brot miteinander. Gestärkt durch den Segen und erfrischt durch das Weihnachtslied „Fröhliche Weihnacht überall“ gingen wir in den Alltag zurück.
 
Herzlichen Dank an die Schülerinnen und Schüler, die uns musikalisch begleiteten.
Wir wünschen euch noch einen schönen Advent, frohe und gesegnete Weihnachten, einen guten Rutsch ins neue Jahr 2019 und erholsame, friedvolle Ferien!
Vielen Dank allen fürs Vorbereiten, Gestalten und Mitfeiern!
 
Die ReligionslehrerInnen Prof. Ebmer, Prof. Bogner-Zisler, Prof. Lang, Prof. Cvrljak, Prof. Fischer, Prof. Putz, Prof. Stolavetz