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Jedes Jahr im November findet am Gelände des Otto-Wagner-Areals eine Gedenkveranstaltung statt – eine Kooperation der Bezirksleitung Penzing mit dem Goethe-Gymnasium und dem Gymnasium Linzerstraße. |
Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden hier unter dem Tarn-Namen "Kinder- und Jugendfürsorgeanstalt Am Spiegelgrund" systematisch Kinder gequält und getötet, die vom NS-Regime als „arbeitsunfähig“ befunden wurden.
Wer nicht kapitalistisch nutzbringend funktionierte, wer nicht der gewünschten Norm entsprach, hatte im NS-Staat kein Recht auf Zukunft.
Das Deutsche Reich wollte gehorsame Soldaten und gebärfähige Frauen, die wiederum mehr gehorsame Soldaten in die Welt setzen sollten.
Unser Fokus lag heuer Jahr auf jenen Kindern, die hier ermordet wurden, weil sie gehörlos waren.
Man brachte sie zum Schweigen, weil die NS-Gesellschaft nicht willens war, ihre Sprache zu verstehen und mit ihnen gemeinsam zu leben.
Es ist eine schwere Aufgabe, dieses Schweigen nach Jahrzehnten zu brechen. Gedenken ist anstrengend und unangenehm. Aber genau deshalb ist es wichtig.
Wenn man alles Unbequeme weglässt, alles was Umstände macht, alles was Diversität verlangt, dann bleibt die Menschlichkeit auf der Strecke.
Bezirksvorsteherin Michaela Schüchner eröffnete und moderierte die Veranstaltung.
Der Chor „Via Lentia“ sang dazwischen wunderschöne, berührende Lieder.
Die ausgewählten Geschichten, welche die Schüler*innen der 8A und 8C des Goethe-Gymnasiums vorlasen, standen stellvertretend für all jene, die hier gelitten haben.
Nur wenn wir ab und zu dieser Zeit gedenken, können wir mithelfen, dass so etwas nie wieder passiert.
