Text und Fotos: Mag. Tobias Jussel, Mag. Iris Paur und das gesamte Theaterteam
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Terminverschiebung „Die Physiker“
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Liebe Theaterfreunde!
Eine Theaterproduktion ist immer ein aufregendes Projekt: viele unterschiedliche Menschen kommen zusammen, um gemeinsam einen Text zu erarbeiten, diskutieren Dramaturgie und Inszenierung, gehen Kompromisse ein und erarbeiten sich so eine gemeinsame Vision. Dass man dabei immer wieder Höhen und Tiefen durchlebt, gehört zur Natur der Sache und macht zu einem gewissen Grad auch das Erlebnis Theater aus: man steckt ein, denkt um, denkt neu – bis man dann eben doch einmal in einer Sackgasse landet.
Aufgrund einer Verkettung unerwarteter Ereignisse haben wir nun leider so eine Sackgasse erreicht und uns deshalb dazu entschieden, unsere Vorstellungen des Stücks „Die Physiker“ auf den Herbst zu verschieben. Sie können sich denken, dass uns diese Entscheidung nicht leichtgefallen ist – nach den vielen Stunden, die in die Proben und die Organisation der Vorstellungen geflossen sind, hätten wir Ihnen gerne die Früchte unserer Arbeit präsentiert. Gleichzeitig haben wir aber als Team den Anspruch, unserem Publikum Aufführungen zu präsentieren, die dem Engagement aller Beteiligten gerecht werden, was uns unter den aktuellen Bedingungen leider nicht möglich ist. Somit ist die Terminverschiebung für uns auch weniger eine Niederlage als vielmehr die konsequente Umsetzung des Versprechens an uns selbst, immer unser Bestes zu geben.
Natürlich betrifft dieser Entschluss nicht nur uns als Theatergruppe, sondern alle, die mit uns mitgeprobt und geplant haben, die ihre Freizeit geopfert und harte Arbeit in die Verwirklichung unseres Projekts gesteckt haben. Unser besonderer Dank geht deshalb an dieser Stelle an alle Familien und Kolleg:innen, auf deren Unterstützung wir immer zählen können – es ist unglaublich wertvoll für uns, zu wissen, dass all diese Menschen hinter uns stehen.
Seien Sie versichert – es wird „Die Physiker“ geben, und es wird großartig werden. Blicken Sie mit uns nach vorne und freuen Sie sich auf den Herbst – wir können es jedenfalls kaum erwarten, Sie bald begrüßen zu dürfen!
Bis dahin wünschen wir Ihnen einen schönen Sommer und freuen uns auf ein theaterreiches Schuljahr 2026/27,
Mag. Tobias Jussel, Mag. Iris Paur und das gesamte Theaterteam

Zum Stück
„Der Inhalt der Physik geht die Physiker an, die Auswirkungen alle Menschen,“ schreibt Friedrich Dürrenmatt in seinem Anhang „21 Punkte zu den Physikern“. Diese Erkenntnis ist ein tragendes Motiv des Stücks: Der geniale Physiker Möbius hat eine Erfindung gemacht, welche die Zerstörung der Welt bedeuten könnte, wenn sie in die falschen Hände gerät. Um dies zu verhindern, gibt er vor, dem Wahnsinn verfallen zu sein und lässt sich in eine psychiatrische Einrichtung einweisen. Doch auch dort findet er nicht die erhoffte Ruhe: schon zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate erschüttert der Mord an einer Krankenschwester den vermeintlichen Frieden in der Heilanstalt. Und darüber hinaus sind die Geheimdienste gieriger Großmächte Möbius längst auf der Spur...
Der Schweizer Dramatiker Friedrich Dürrenmatt hat mit seiner Komödie „Die Physiker“ ein Werk geschaffen, das auch 64 Jahre nach seiner Uraufführung nichts an politischer Relevanz verloren hat. Entstanden in einer Zeit der atomaren Aufrüstung während des Kalten Kriegs, ruft er in intelligenten Dialogen und mit pointiertem Witz zu einem verantwortungsvollen Umgang mit wissenschaftlichen Erkenntnissen auf. Sein Appell: „Was alle angeht, können nur alle lösen.“

Mag. Tobias Jussel, Mag. Iris Paur und das gesamte Theaterteam