Text und Fotos: Prof. Bogner-Zisler

 
Am 11. September 2018 fand der ökumenische Schulanfangsgottesdienst im Festsaal statt.
Alles im Leben hat seine Zeit
 
Gottesdienst feiern bedeutet immer, zur Ruhe zu kommen und Zeit für sich zu haben. Gerade am Schulanfang prasselt so vieles auf uns ein. Da tut es gut, sich eine kurze Auszeit zu nehmen und ein wenig Abstand zu gewinnen.
 
 
Zunächst hörten wir einen Text aus dem Buch Kohelet aus dem Alten Testament:
 
Für alles gibt es eine Zeit
Zeit für jedes Vorhaben unter dem Himmel.
Zeit zu gebären und Zeit zu sterben
Zeit zu pflanzen und Zeit auszureißen
Zeit zu weinen und Zeit zu lachen
Zeit zu trauern und Zeit zu tanzen
Zeit, Steine zu werfen und Zeit, Steine zu sammeln
Zeit zu umarmen und Zeit, das Umarmen zu meiden
Zeit zu suchen und Zeit verloren zu gehen
Zeit zu schweigen und Zeit Worte zu machen.
 
 
Danach erzählten Schülerinnen und Schüler, was für sie während des Schuljahres die wichtigste Zeit am Tag ist. Da gibt es natürlich viele, für die die wichtigste Zeit jene ist, wo sie von der Schule heimkommen, z. B.:
 
- Also am liebsten ist mir die Zeit, wenn ich von der Schule nach Hause komme und erstmal chillen kann. Ich freu mich dann immer darauf mit meinem Hund zu spielen und mit ihm Gassi zu gehen. Ich liebe es, nach der Schule erstmal runter zu kommen und dann gegen 4 Uhr mit der HÜ zu beginnen.
- Um 15.50 Uhr ist meine wichtigste Zeit, weil ich da mit meiner Mama und meinem Bruder über den Schultag reden kann.
- Die wichtigste Zeit ist für mich die Zeit, wo ich allein zuhause bin. Weil ich meine Ruhe habe und keiner mich stört.
 
Für andere ist es der Morgen, der ihnen ganz besonders wichtig ist. Und es gibt viele, die den Abend ganz besonders mögen:
 
- Die schönste Zeit am Tag ist normalerweise, wenn ich ins Bett falle. Ich denke noch kurz über den Tag nach, dann schalte ich das Licht aus und schlafe ein.
- Der Abend ist mir sehr lieb, da ich mich ausruhe und mir in Gedanken nochmals die schönen Momente der Woche heranrufe.
- Die wichtigste Zeit am Tag ist für mich der Abend. Da kann ich essen und mit meiner Familie oder meinem Vater einen spannenden Film schauen. Manchmal diskutieren wir auch über den morgigen Tag.
- Die wichtigste Zeit ist JETZT. Man weiß, was um sich herum passiert und was kurz davor passiert ist. Man kann die Vergangenheit nicht ändern und die Zukunft kann von allen Seiten beeinflusst werden. 
 
 
 
Für alles im Leben gibt es eine Zeit! Auch für dich selbst, für deine Ruhe, für deine Familie, für deine Freunde und Freundinnen, für dein Training, für dein Essen, für deinen Schlaf.
 
Gegen Ende hörten wir die Geschichte von einem buddhistischen Mönch:
 
Ein in Meditation erfahrener Mann wurde einmal gefragt, warum er trotz seiner vielen Beschäftigungen immer so gesammelt sein könne. Dieser sagte: „Wenn ich stehe, dann stehe ich. Wenn ich gehe, dann gehe ich. Wenn ich sitze, dann sitze ich. Wenn ich esse, dann esse ich. Wenn ich spreche, dann spreche ich.“ Da fielen ihm die Fragesteller ins Wort und sagten: „Das tun wir auch, aber was machst du noch darüber hinaus?“ Er sagte wiederum: „Wenn ich stehe, dann stehe ich. Wenn ich gehe, dann gehe ich. Wenn ich sitze, dann sitze ich. Wenn ich esse, dann esse ich. Wenn ich spreche, dann spreche ich. Wenn ich bete, dann bete ich. Wieder sagten die Leute: „Das wir doch auch.“ Er aber sagte zu ihnen: „Nein, wenn ihr sitzt, dann steht ihr schon. Wenn ihr steht, dann lauft ihr schon. Wenn ihr lauft, dann seid ihr schon am Ziel.
(Ein Zen-Mönch)
 
Nach den Fürbitten und dem gemeinsamen Brotbrechen erhielten wir den Segen Gottes für das neue Schuljahr und gingen wir gestärkt in den Alltag.
 
 
Wir wünschen euch viele wunderschöne Zeiten in diesem Schuljahr und danken euch herzlich fürs Mitfeiern, Mitsingen, Musizieren, Proben und Vorbereiten!
 
Die ReligionslehrerInnen Prof. Ebmer, Prof. Fischer, Prof. Bogner-Zisler, Prof. Cvrljak, Prof. Lang, Prof. Putz, Prof. Stolavetz